Waschmaschine richtig reinigen & muffigen Geruch entfernen: So geht's

Waschmaschine richtig reinigen & muffigen Geruch entfernen: So geht's

Warum riecht die Wäsche muffig? So reinigst du deine Waschmaschine richtig

Es gibt diesen einen Moment nach einem vermeintlich sauberen Waschgang: Du nimmst die frisch gewaschene Wäsche aus der Trommel, doch statt angenehmer Frische schlägt dir ein muffiger, modriger Geruch entgegen. Häufig verstärkt sich dieser Geruch noch, sobald die Kleidung getragen wird oder mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt.

Die Ursache dafür sitzt meist unsichtbar im Inneren des Geräts. Energiesparende Waschgänge bei niedrigen Temperaturen (30 °C bis 40 °C) und moderne Flüssigwaschmittel schonen zwar Umwelt und Textilien, bieten Mikroorganismen bei fehlender Hygiene jedoch günstige Nährbedingungen. Mit dem passenden Pflegekonzept entziehst du Bakterien den Nährboden und sorgst für hygienisch saubere Ergebnisse.

💡 Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hauptursache Biofilm: Bei Waschtemperaturen unter 60 °C lösen sich Fette und organische Rückstände oft nicht vollständig. Sie bilden einen Nährboden für Bakterien und Pilze.
  • Ablagerungen in der Einspülkammer: Überdosierte Waschmittel und Weichspüler hinterlassen organische Reste, die Schimmelbildung begünstigen.
  • Gezielter Einsatz von Hausmitteln: Waschsoda unterstützt das Fettlösevermögen im Heißwaschgang. Zitronensäure eignet sich zum Kalt-Entkalken einzelner Bauteile.
  • Reinigung von außen: Der lessyg Basis-Universalreiniger hilft, Einspülkammer und Türdichtung mechanisch sauber zu halten.

1. Die Hauptursachen: Warum die Waschmaschine stinkt

Im Alltag sammeln sich im Geräteinneren vor allem drei Komponenten an, die als Nährboden für Mikroorganismen dienen:

  • Biofilm (Schmierfilm): Bei niedrigen Waschtemperaturen werden Hautfette, Schweißrückstände und Textilfasern nicht vollständig zersetzt. Sie lagern sich auf der Trommelrückseite, im Bottich und in den Ablaufschläuchen ab. In diesem feuchten Milieu vermehren sich Bakterien.
  • Waschmittel- und Weichspülerreste: Insbesondere zähflüssige Weichspüler und überdosierte Flüssigwaschmittel bilden in der Einspülkammer klebrige Beläge, auf denen sich Schimmelpilze ansiedeln können.
  • Stehende Restfeuchtigkeit: In der Gummidichtung (dem Faltenbalg) der Tür bleibt nach dem Waschgang Wasser stehen. Wird die Tür direkt geschlossen, kann die Feuchtigkeit nicht entweichen.

2. Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die Waschmaschine richtig reinigen

Um eine gründliche und materialschonende Reinigung durchzuführen, reichen bewährte Hausmittel und der gezielte Einsatz passender Pflegeartikel vollkommen aus.

Schritt 1: Die Einspülkammer gründlich säubern

In der Einspülkammer sammeln sich häufig sichtbare Beläge an.

  • Ziehe die Schublade heraus und entriegle die Arretierung (meist eine kleine Lasche im Weichspülerfach), um das Teil vollständig zu entnehmen.
  • Weiche die Kammer in warmem Wasser ein und reinige sie mit einer Bürste. Verkrustungen lassen sich mechanisch entfernen.
  • Wische auch den Einspülschacht im Gehäuse mit einem feuchten Tuch und etwas verdünntem lessyg Basis-Universalreiniger aus.

Schritt 2: Die Gummidichtung (Manschette) pflegen

Die Rille der Türdichtung fängt Flusen, kleine Gegenstände und Feuchtigkeit auf.

  • Biege die Gummilippe vorsichtig auseinander und entferne Ablagerungen mit einem feuchten Tuch.
  • Verwende den lessyg Basis-Universalreiniger auf dem Tuch, um Fettfilme schonend abzuwischen.
  • Trockne die Dichtung im Anschluss gründlich ab.

Schritt 3: Das Flusensieb reinigen

Das Flusensieb fängt grobe Partikel vor der Ablaufpumpe ab und sitzt meist unten an der Vorderseite.

  • Stelle ein flaches Gefäß (Ein Backblech klappt super) bereit und lege ein Tuch unter die Klappe, um auslaufendes Restwasser aufzufangen.
  • Drehe den Verschluss vorsichtig auf, entferne Fremdkörper wie Flusen oder Münzen und spüle das Sieb unter fließendem Wasser ab. Beachte dabei stets die Hinweise in der Bedienungsanleitung deines Geräteherstellers.

Schritt 4: Den Biofilm im Inneren entfernen (Heißwaschgang)

Um organische Ablagerungen an schwer zugänglichen Stellen der Trommel und der Leitungen zu lösen, ist eine Kombination aus Wärme und passenden Wirkstoffen erforderlich.

  • Gib etwa 1 bis 2 Esslöffel (ca. 30–50 g) Waschsoda direkt in die leere Trommel. Waschsoda erhöht den pH-Wert und verstärkt das Fettlösevermögen der Waschlauge.
  • Starte ein Kochwaschprogramm bei mindestens 60 °C bis 90 °C (ohne Wäsche). Die thermische Einwirkung in Kombination mit dem alkalischen Milieu löst den organischen Biofilm effektiv auf.
  • Wichtiger Hinweis zu Säuren: Vermeide es, hochkonzentrierte Säuren wie Zitronensäure bei Kochwaschprogrammen (über 60 °C) im Leerlauf anzuwenden, da Säuren bei sehr hohen Temperaturen manche Dichtungen angreifen können. Nutze Zitronensäure bevorzugt kalt oder lauwarm zum Entkalken herausnehmbarer Einzelteile.

3. Nachhaltige Vorbeugung: So bleibt die Maschine dauerhaft frisch

Mit wenigen Alltagskniffen verhinderst du, dass sich erneute Gerüche bilden:

  • Lüften: Lass Tür und Einspülkammer nach jedem Waschgang einen Spalt weit offen stehen, damit die Restfeuchtigkeit vollständig verdunsten kann.
  • Regelmäßige Heißwäsche: Wasche mindestens alle zwei bis drei Wochen eine Ladung unempfindlicher Textilien (wie Handtücher oder Bettwäsche) bei mindestens 60 °C mit einem vollwaschmittelhaltigen Pulver.
  • Exakte Dosierung: Dosieren das Waschmittel nach Wasserhärte und Verschmutzungsgrad. Überdosierung ist eine der Hauptursachen für klebrige Rückstände im Gerät.

4. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum riecht die Wäsche nach dem Waschen muffig?

Ursache ist meist ein unsichtbarer Biofilm auf der Trommelrückseite oder im Bottich. Dieser entsteht durch häufiges Waschen bei niedrigen Temperaturen in Kombination mit Waschmittelrückständen. Der Geruch überträgt sich beim Waschen auf die feuchten Textilien.

Kann ich Waschsoda zum normalen Waschgang dazugeben?

Ja, Waschsoda kann bei stark verschmutzter Weißwäsche oder unempfindlicher Kochwäsche als Waschkraftverstärker genutzt werden. Bei empfindlichen Fasern wie Wolle oder Seide darf Soda aufgrund des hohen pH-Werts jedoch nicht angewendet werden.

Wie oft sollte die Waschmaschine gereinigt werden?

Eine Reinigung der Einspülkammer, des Flusensiebs sowie ein Heißwaschgang bei mindestens 60 °C empfehlen sich etwa alle zwei bis drei Monate – abhängig von der Nutzungsfrequenz und den bevorzugten Waschtemperaturen.

Darf der lessyg Universalreiniger im Inneren der Maschine genutzt werden?

Der lessyg Basis-Universalreiniger eignet sich ideal zum manuellen Auswischen der Türdichtung, des Gehäuses und der herausgenommenen Einspülkammer. Für den Leerwaschgang im Inneren der Trommel ist Waschsoda in Kombination mit hoher Wassertemperatur die geeignetere Wahl.

5. Wissenschaftliche Quellen & Nachweise

Fachliche Grundlagen dieser Anleitung

  • Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv): Reinigung und Hygiene von Waschmaschinen im Haushalt. (Stützt die Erkenntnisse zur Biofilmbildung bei Daueranwendung von Waschtemperaturen unter 40 °C).
  • Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW): Empfehlungen zur Wäschepflege und Waschmaschinenhygiene. (Belegt die Notwendigkeit regelmäßiger 60-°C-Waschgänge zur Vermeidung von Bakterienwachstum im Bottich).
  • Umweltbundesamt (UBA): Richtig Waschen – Umwelt- und Materialschonung im Haushalt. (Belegt den Zusammenhang zwischen Waschmittelüberdosierung, organischen Ablagerungen und Gewässerbelastung).

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